Tag des Fußes

Der Mensch fängt am Fuß an

Der bundesweite Tag des Fußes – Schauen Sie mal auf Ihre Füße!
Warum sind unsere Füße so wichtig?
Gehen haben wir als Kind gelernt. Aber gehen wir richtig? Gehen wir gesund?

Seit 2004 wird einmal im Jahr der Fuß in den Mittelpunkt gerückt; ursprünglich initiiert vom Zentralverband der Podologen und Fußpfleger. Seitdem machen Fußspezialisten wie Podo-logen, Fußpfleger und Orthopädieschuhmacher immer am letzten Mittwoch im Juni auf die Bedeutung des Fußes aufmerksam. So auch 2018 am 27. Juni.

Der Mensch fängt am Fuß an. Er muss vom Fersenbein her aufgerichtet werden, damit er gesund steht und geht. Immerhin haben wir 26 Knochen, 33 Gelenke und 100 stabilisierende Bänder und 20 Muskeln im Fuß – eine komplexe Struktur.
Das bedarf oft der handwerklichen Unterstützung – damit am Fuß und anderswo im Körper „alles richtig läuft“. Probleme an Füßen, Knien, Hüfte oder Rücken kann man mit Orthopä-dieschuhtechnik zu einem Großteil verhindern.

Und man bedenke: Der Mensch geht 180.000 km in seinem Leben, das ist viermal um den Erdball. Dabei müssen die Füße 1.000 Tonnen Belastung am Tag aushalten. Schwerstarbeit, die wir dem Fuß erleichtern sollten.
Wie? Orthopädieschuhtechnik – ein Gesundheitshandwerk als Mobilmacher.

Orthopädieschuhtechnik – meist schreckt das Wort ab. Man denkt an schwarze klobige Schuhe. Diese Zeiten sind lange vorbei. Die Orthopädieschuhtechnik ist ein wichtiger Helfer  und Gesundheitsgarant für alle Personen- und Berufsgruppen – also jedermann – geworden.

Selbstverständlich versorgt der Orthopädieschuhmacher auch weiterhin behinderte und er-krankte Menschen. Hilfen können hier individuell gefertigte orthopädische Schuhe sein. Oft reicht es medizinisch gesehen aber auch schon, Bequem-/Komfort-  oder Konfektionsschuhe zuzurichten oder Einlagen anzufertigen. Das hängt jeweils von der ärztlichen Diagnose und Verschreibung ab.
Behinderungen des Gehapparates sowie Fehlstellungen und Deformationen bedürfen unbe-dingt der Orthopädieschuhtechnik. Auch viele Krankheiten können durch Schuhe vom Or-thopädieschuhmachermeister positiv beeinflusst werden. Rheuma und Gicht sind Beispiele dafür. Diabetiker Typ II benötigen unbedingt die hoch spezialisierte Unterstützung der Ortho-pädieschuhtechnik. Dabei arbeiten vielerorts Ärzte, Podologen und Orthopädieschuhmacher im Sinne der optimalen Patientenversorgung eng zusammen.

Besondere Vorsicht beim Diabetiker
Aufgrund von Nervenschädigungen kommt es beim Diabetiker Typ II leicht zum sogenannten diabetischen Fußsyndrom. Diese spürt oft seine Füße nicht; auch keinen Schmerz. Durch den Wegfall dieser Warnfunktion können selbst kleinste Verletzungen, Druck- oder Rei-bungsstellen zu schwerwiegenden Folgen bis hin zur Amputation führen. Diese gravierende lebensverändernde Folge kann der Orthopädieschuhmacher durch spezielles Schutz-Schuhwerk für Diabetiker, also mit konservativen Methoden, verhindern. Der Arzt ist erster Ansprechpartner für das Rezept.

Beim Kind anfangen
Wichtig ist es schon beim Kind die Position der Füße, Stand und Gang zu beobachten. Das können der Orthopäde und auch der Orthopädieschuhtechnik-Fachmann. Das ermöglicht dem Kind eine gesunde Entwicklung und verhindert Fehlhaltungen.

Ein Großteil der Rücken- und Knieschmerzen bei Erwachsenen rührt her von einer falschen Stellung des Fußes und einem ungesunden Gang. Verschreibt der Arzt Einlagen, so sind dies heutzutage neueste Materialien, die eingesetzt werden. Sie haben nichts mehr mit der „quä-lenden“ harten und steifen Einlage von früher gemein. Es gibt mittlerweile Hightech-
Materialien und sogar sensomotorische Einlagen, die Impulse an den Körper weitergeben, um Fehlhaltungen entgegenzuwirken.

Gesund Stehen und Gehen bei der Arbeit
Ein wichtiger Belastungsaspekt für unsere Füße sowie Knie und Rücken ist die tägliche Ar-beit. Gesundes Stehen und Gehen kann durch den Orthopädieschuhmachermeister erreicht werden. Immerhin verbringen wir den Großteil des Tages bei der Arbeit.
Der Orthopädieschuhmacher berücksichtigt dabei das individuelle Steh- und Gehverhalten des Kunden als auch die spezifischen Bewegungen und Belastungen bei der Arbeit. Er hält den Arbeitenden, insbesondere den körperlich Arbeitenden, lange und ermüdungsfrei „auf den Beinen“.
Auch gibt es spezielle Schutz- und Arbeitsschuhe um Verletzungen z.B. durch Maschinen, Werkzeug, spitze oder schwere Gegenstände etc. zu verhindern.

Nach Verletzungen kann sogar durch solche Arbeits- und Sicherheits-Schuhe oder Interims-Schuhe ein schneller Wiedereinstieg ins Berufs- oder Arbeitsleben ermöglicht werden.

Beruflich Reisende – vor allem bei Langstreckenfahrten oder -flügen – sind dankbar um eine Entlastung von Füßen und Haltungsapparat im bzw. durch den Schuh. Auch können hier spezielle Strümpfe unterstützend sein.

Bewegte Freizeit
Auch in der Freizeit verbringen wir einen Großteil der Zeit auf unseren Füßen. Durch speziel-les Schuhwerk oder individuell gefertigte Einlagen kann die Gesundheit in der Freizeit unter-stützt werden. Spitzensportler nutzen die Chancen der Orthopädieschuhtechnik schon lange. Doch auch Freizeitsportler können durch Sport- Einlagen vom Orthopädieschuhmacher bei der jeweils von Ihnen betriebenen Sportart unterstützt werden. Die Belastungen beim Wan-dern, Skifahren, Joggen, Fußball, Tanzen etc. sind einfach höchst unterschiedlich. Das und die individuellen körperlichen Voraussetzungen des Kunden werden berücksichtigt, um wirk-lich gesunden Sport zu ermöglichen.
Solche Leistungen des Orthopädieschuhmacher-Betriebes gehen nicht zu Lasten einer Krankenkasse oder Krankenversicherung. Aber immer mehr Menschen erkennen, wie wich-tig die Unterstützung des Fußes ist und nehmen die Selbstzahlung für diese Leistungen gerne in Kauf – für die eigene Gesundheit und den sportlichen Erfolg.

Mobil bis ins hohe Alter
Orthopädieschuhtechnik erreicht es auch, dass ältere Menschen bis ins hohe Alter mobil bleiben oder nach Krankheit bzw. Unfall schnell wieder „auf die Füße“ gebracht werden kön-nen. Mobilität ermöglicht eine höhere Lebensqualität, längere Gesunderhaltung und Teilhabe am normalen „Lauf des Lebens“ – im wahrsten Sinne des Wortes!

Wie „gehe“ ich vor?
Bei gesundheitlichen, orthopädischen Beschwerden empfiehlt sich der Gang zum Orthopäden bzw. Haus- oder Facharzt.

Wenn diese ein Rezept ausstellen, wird die medizinisch notwendige Leistung zu Lasten der Krankenkasse erbracht. Wer orthopädische Schuhe benötigt, kann ggf. Verschreibungen für Straßenschuhe Sommer und Winter sowie Hausschuhe erhalten. Neben orthopädischen Maßschuhen können auch erforderliche Schuh-Zurichtungen oder Einlagen verschrieben werden.
Die Krankenkassen schulden nur das gesetzlich Notwendige. Oft ist ein deutliches Mehr möglich, das aber der Zuzahlung unterliegt. Gesetzlich Versicherte müssen den gesetzlichen Eigenanteil für Hilfsmittel i.H.v. 10,- Euro zahlen. Beim Bau eines orthopädischen Maßschuhs fällt zudem ein Bekleidungsanteil von 76,- Euro an.

Private Krankenversicherungen übernehmen orthopädieschuhtechische Leistungen bei diversen medizinischen Indikationen, wenn der Versicherungsvertrag dies so vorsieht.

Orthopädieschuhmacher findet man flächendeckend in Deutschland – oft sind diese auch auf spezielle Themen oder Zielgruppen (Sportler, Diabetes, Epilepsie o.ä.) spezialisiert. Diese beraten gern und geben erste Hilfestellungen bei Fragen um Fuß und Schuh.

Arbeits- und Sicherheitsschuhe werden meist vom Arbeitgeber und der Berufsgenossenschaft bzw. der Rentenversicherung übernommen.

Die Mode zieht ein
Bequem- und Gesundheitsschuhe werden immer modischer.
Zudem kann der Orthopädieschuhmacher Schuhe komplett selbst anfertigen – maßgeschneidert auf den Fuß des Patienten oder gesundheitsbewußten Kunden. Daher ist es ihm auch möglich, modische Wünsche seines Kunden zu berücksichtigen. Es können Design, Form, Farbe kreativ gestaltet werden.
Dann gehen Fuß und Mensch mobil und modisch in die Welt!

ZVOS
Der über 100 Jahre bestehende Zentralverband Orthopädieschuhtechnik (ZVOS) ist der Bundesinnungsverband der Orthopädieschuhmacher. Die Orthopädieschuhmacher unter-stützten bereits nach beiden Weltkriegen die Kriegsversehrten mit orthopädischem Schuh-werk. Heute ist dieses Gesundheitshandwerk aktiv für behinderte und chronisch kranke Menschen – mit dem Anliegen der Mobilisierung und Mobilerhaltung. Ferner umfasst das Portfolio die Gesunderhaltung und Unterstützung des Gehens und Laufens aller Bevölke-rungsgruppen als auch z.B. der Breiten- und Spitzensportler. Mit ca. 2600 Betrieben versor-gen die Orthopädieschuhtechniker wohnortnah.

Tag des Fußes
27.6.2018

Beitragsbild: pixaby

Pressekontakt:
ZVOS Zentralverband Orthopädieschuhtechnik
Ricklinger Stadtweg 92
30459 Hannover
Tel: 0511/54398080
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